Blasstil

Der Klang: Der Zuhörer erlebt das Instrument oftmals mit der Faszination und der Ergriffenheit einer vielstimmig vorgetragenen Melodie, deren Harmonien strahlend und weit tragend wirken.

Attribute wie Wärme oder Lebendigkeit spiegeln sich in der Tongestaltung durch ein ausgeprägtes Vibrato, glockenartiges Anschlagen des Tones (Piquet) oder  speziell jubelnd wirkenden, sogenannten tayautierten Tönen wider. Appellierende Tonpassagen sind im Forte (lautes Spiel) durch die Charakteristik der Trompe mit ihrem Reichtum an Obertönen mitreissend und dynamisch. Der Klang der Instrumente in der Natur und auf große Distanz, zusätzlich begleitet vom Geläut der Hundemeute, lässt romantische Gefühle aufkommen.

Tragend und andächtig vorgetragene Phrasen, zumeist mit reduzierter Lautstärke, aber vollem Tonvolumen gespielt, vermitteln dem Zuhörer eine einzigartige emotionale Komponente. Sie werden Radouci genannt. Im Radoux werden zur Erweiterung der Akkorde manche Töne gestopft (Bouche) und die Harmonien für den Zuhörer dadurch reicher und spannender. Auch das polyphone (selbständige, unabängige) Spiel der verschieden Stimmen innerhalb eines Ensembles kennt man aus anspruchsvollen Kompositionen, die meist aus den Federn herausragender Künstler und Komponisten der Trompe stammen.

Die Stücke, die geblasen werden sind „Fanfaren“ (meist kurz nach dem Prinzip Refrain/Mittelstrophe/Refrain) und aufwändigere mehrstimmige Werke und Fantasien.

Der Takt: Zahlreiche Fanfaren, die sowohl solistsch, als auch in kleineren Formationen (Duos, Trios und Quattour) gespielt werden, sind in Anlehnung an den Takt eines galoppierenden Pferdes im 6/8tel Takt komponiert. Auch der 2/4tel Takt findet gelegentlich Anwendung.

Für große Kompositionen bis hin zum Zusammenspiel mit Orchester oder Orgel sind dem Komponisten keine Grenzen gesetzt.

Die blastechnischen Komponenten: Zusammenfassend können unter dem Begriff „Ton de Venérie“ die trompetypischen Stilelemente z.B. das Piquet, das Tayaut, das Roulet, das Hourvari, die Double Attaque, etc. genannt werden, die den besonderen Klang der Trompe ausmachen.

Für den Bläser ist der Lern- und Erhaltungsprozess dieser Blastechniken aufwendig und anspruchsvoll. In guter Ausprägung ist es ein Kunst, deren Perfektion kein Ende finden soll. 

Alle diese Attribute, vereint in den zahlreichen Kompositionen und Fantasien, schaffen ein spannendes und abwechslungsreiches Klangerlebnis.